Pilzesammeln
Wer auf einem Bauernhof Urlaub macht, befindet sich ja bereits in ländlicher Umgebung und die Natur mit ihren Wäldern, Gewässern und teils naturbelassenen Wiesen ist zum Greifen nahe. Somit hat man neben anderen Beschäftigungen, die ein Bauernhof so anbietet, die Gelegenheit, durch die benachbarte Natur zu streifen. Wer dabei die Augen offen hält, wird viele Sachen entdecken, die ein Städter vorher wohl noch nie gesehen hat. Dazu können neben vielen wild blühenden Blumen und Wildbeeren auch Pilze gehören. Ob auf den Weiden oder in den angrenzenden Wäldern sind eine Reihe von Pilzen fast das ganze Jahr über zu finden. Besonders im Sommer und erst recht im Herbst können wir sie entdecken. Es beginnt bereits im Mai mit Morcheln und Mairitterlingen, gemeinhin auch Maipilz genannt. Diese hell cremefarbenen Pilze wachsen bevorzugt an Waldrändern auf grasigen Flächen, wo die Sonne den Boden schon wärmen kann, dieser aber noch nicht ausgetrocknet ist. Der Maipilz ist eine Delikatesse und Süddeutschland wesentlich besser bekannt als im Norden der Republik. Da um diese Zeit kaum andere Pilze wachsen, ist der Maipilz kaum zu verwechseln. Am ehesten kann es zu Verwechslungen mit dem an ähnlichen Standorten wachsenden giftigen Ziegelroten Risspilz kommen. Wer beide Pilze einmal in den Händen hatte, wird sie nicht verwechseln, denn der Ziegelrote Risspilz hat eine viel zerbrechlichere Konsistenz als der Maipilz und auch farblich unterscheiden sie sich. Wer unsicher ist, sollte besser ein Pilzbuch in Taschenformat mit sich führen. Im Sommer starten unsere Freunde, die Pilze, dann so richtig in die neue Saison. Ende Juni/Anfang Juli werden wir die ersten Pfifferlinge und Rotkappen finden. Der Pfifferling ist sehr begehrt, weil er eine ganz eigene geschmackliche Note hat. Sein Nährstoffgehalt ist allerdings gering. Im August ziehen dann die Könige unserer heimischen Wälder, die Steinpilze, nach. Wer schon einmal Steinpilze selbst gefunden hat, wird nachempfinden können, wie freudig das Herz eines jeden Pilzsammlers beim Anblick eines prächtigen Boletus schlägt. Auch auf den Weiden ist jetzt einiges los. Auf gut gedüngten Weideflächen (Pferde- und Rinderkoppeln) können wir nun Champignons finden. Dies werden meist Wiesen- und Anischampignons sein, die beide gleichermaßen lecker sind. Im Herbst lassen sich auf den Weiden auch cremefarbene Riesenboviste von der Größe eins Fußballes finden. Diese sind sowohl essbar als auch schmackhaft. Im Herbst bricht dann die Hauptsaison der Marone an, die dann bei geeigneter Witterung oft massenhaft zu finden ist. Zu ihr gesellen sich viele andere Pilze wie die Fette Henne, verschiedene Reizker, Holzbewohner wie der Hallimasch oder das Stockschwämmchen oder auch und immer noch Steinpilz und Pfifferling.
Wer also auf einem Bauernhof Urlaub macht, sollte die umliegende Natur erkunden und wird mit etwas Aufmerksamkeit und Glück in den Wäldern und auf den Wiesen auch Pilze finden.